Max und Moritz - 9

Max und Moritz
Eine Bubengeschichte in sieben Streichen
Sechster Streich.

 

In der schönen Osterzeit,
Wenn die frommen Bäckersleut'
Viele süße Zuckersachen
Backen und zurechte machen,
Wünschten Max und Moritz auch
Sich so etwas zum Gebrauch.

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Doch der Bäcker, mit Bedacht,
Hat das Backhaus zugemacht.
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Also will hier einer stehlen,
Muß er durch den Schlot sich quälen.
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Ratsch! Da kommen die zwei Knaben
Durch den Schornstein, schwarz wie Raben.
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Puff! Sie fallen in die Kist',
Wo das Mehl darinnen ist.
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Da! Nun sind sie alle beide,
Rund herum so weiß wie Kreide.
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Aber schon mit viel Vergnügen
Sehen sie die Brezeln liegen.
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Knacks! — Da bricht der Stuhl entzwei;
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Schwapp! — Da liegen sie im Brei.
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Ganz von Kuchenteig umhüllt,
Steh'n sie da als Jammerbild. —
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Gleich erscheint der Meister Bäcker
Und bemerkt die Zuckerlecker.
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Eins, zwei, drei! — eh' man's gedacht,
Sind zwei Brote d'raus gemacht.
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In dem Ofen glüht es noch —
Ruff! — damit ins Ofenloch!
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Ruff! man zieht sie aus der Glut;
Denn nun sind sie braun und gut. —
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Jeder denkt, die sind perdü (погибший)!
Aber nein — noch leben sie.
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Knusper, Knasper! — wie zwei Mäuse
Fressen sie durch das Gehäuse;
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Und der Meister Bäcker schrie:
»Ach herrjeh! da laufen sie!«
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Dieses war der sechste Streich,
Doch der letzte folgt sogleich.

 


EnglishРусский
die Osterzeit пасхальное время
fromm набожный
der Bäcker пекарь
die Zuckersachen сладости
der Gebrauch употребление
mit Bedacht обдуманно
zumachen запирать
stehlen воровать
der Schlot дымовая труба
sich quälen durch протискиваться через
der Rabe ворон
die Kiste ящик
das Mehl мука
die Kreide мел
das Vergnügen удовольствие
die Brezel крендель
entzwei пополам
der Brei каша
der Teig тесто
der Kuchen пирог
das Jammerbild жалкое зрелище
der Lecker гурман
der Ofen печь
glühen пылать
die Glut жар